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Reisetagebuch Malawi 2003
Erster Tag in Lilongwe (Hauptstadt)
Ausflug in die Dzalanyama Forest Reserve
Senga Bay/Monkey Bay - der Malawisee
Liwonde Nationalpark am Abfluss des Malawisees (Shire)
Zomba - die Universitätsstadt
Blantyre - die eigentliche Hauptstadt im Süden
Mount Mulanje-Überquerung
Nkhata Bay und Chintheche
Nyika Nationalpark - die Prärie
Mzuzu - Hauptstadt des Nordens
Endlich in Lilongwe angekommen und vom ersten Kulturschock erholt sitzen wir jetzt bei einem Fanta
im Ali's an der Hauptstraße durch Lilongwe. Die Taxifahrt hatte es so richtig in sich. Von Europa
direkt ins tiefste Afrika. Endlich in unserer ersten Unterkunft im "Golden Peacock"-Hotel mussten
wir uns erst mal fassen bevor wir uns ins Getümmel der Stadt wagten. Auch jetzt ist es ganz schön
ungewohnt und auch etwas unangenehm von allen so seltsam angesehen zu werden, mit der teuren Kamera
und einem Haufen Geld rumzulaufen...
Daran müssen wir uns erst noch gewöhnen und am allgegenwärtigen Markt sind wir natürlich begehrte Ziele
und Opfer. Andererseits sind wir in den nobleren Teilen der Stadt als "Weiße" gerngesehene Gäste und
werden dort zuvorkommenst behandelt, wo die Einheimischen nicht einmal hinein dürfen.Ich bin schon sehr
gespannt wie sich das weiterentwickeln wird. Wie lange es dauert bis wir uns eingewöhnt haben - bis wir
quasi den richtigen Dreh raus haben und uns die primitiven Quartiere nicht mehr stören, wir wissen wo
was zu welchem Preis einzukaufen und uns auch die Blicke der Einheimischen egal sind...
Doch zurück zu den vergangenen Ereignissen: Die Flugreise Innsbruck-Amsterdam-Nairobi-Lusaka-Lilongwe
war extrem lang und anstrengend, doch trotzdem fühlen wir uns gut und sind sehr gespannt was uns weiter
erwartet. Dämpfer in der Anfangseuphorie gaben uns neben den schon erwähnten Eindrücken der Taxifahrer
vom Flughafen in die Stadt, der uns aufzeigte, dass wir leicht auszunehmende Beute sind.
Alle anderen sind jedoch sehr freundlich und nett, doch weiß ich nicht wie sehr dies mit unserer Hautfarbe
und unserer Geldbörse zu tun hat. Was mich allerdings sehr wundert ist, dass wir bisher noch keine
anderen Touristen zu Gesicht bekommen haben. Ich bin darüber aber recht froh und empfinde es als
Bestätigung für unser Reiseziel Malawi, denn wir wollten nicht den üblichen Backpacker-Treks durch
Kenia usw. folgen...
Der wohl bisher angenehmste Tag dieser Reise neigt sich seinem Ende zu. Nach einer rückenwehfreien
Nacht im riesengroßen Bett wurden wir von den Strahlen der aufgehenden Sonne geweckt und gingen
nach dem Frühstück mit unserem Koch/Führer/etc. Robert auf eine kleine Wanderung zum nächstgelegenen
Gipfel (Mount Kazuzu 1654m). Das Marschieren durch die ungewohnte neue Umgebung war wunderschön und
vom Gipfel aus hatten wir eine nette Aussicht, obwohl uns der hohe Aerosol-Gehalt der Luft den Blick
in weite Ferne verwehrte.
Beim Abstieg wurde es allerdings wegen der Mittagsstunde und des Zenit-Standes der Sonne sehr, sehr
heiß. Nebenbei lernten wir jedoch von Robert einige Brocken Chichewa und redeten mit ihm über Malawi etc.
Zurück in der Lodge ruhten wir uns aus und sprangen zur Abkühlung noch in das Bächlein vor unserer
Unterkunft. Nach einem darauf folgenden Sonnenbad kochten wir und jetzt werden wir mit Lesen und
Schreiben den Tag beschließen. Hemingways "Wem die Stunde schlägt" ist einfach sensationell gut...
Chichewa: Muli Bwanji - Wie gehts?; Ndili Buino - Mir gehts gut.; Kaya-iwe? - Und Dir?; Sikomo - Danke.
So sind wir also heute nahezu den ganzen Tag unterwegs gewesen. In der Früh marschierten wir mit
vollem Gepäck von der Baobab Lodge ins Zentrum von Senga Bay, wo wir dann genau einer Matola in den
Weg liefen, die nach Salima fuhr - unserer nächsten Bus-Station. Mit stinkendem Fisch und uns beladen
fuhr der Pick-Up nach Salima und wir waren heilfroh endlich aussteigen zu können. Da der Bus Richtung
Süden nicht gleich losfuhr, drehten wir noch eine Runde auf dem Markt und erstanden Bananen, Brötchen
und eine Baobabfrucht, die uns beim Essen jedoch ziemlich enttäuschte. Im dichtgefrängten Minibus ging
es dann nach Golomoti, unserer nächsten Umsteigestation nach Monkey Bay.
Von dort brachte uns eine weitere Matola, deren Fahrer zuerst einen unverschämten Preis forderten,
nach Monkey Bay. Eine ziemlich anstrengende Fahrt - Schlaglöcher, Baustellen etc. auf der harten
Ladefläche über zig Kilometer. Andererseits sind solche Fahrten immer ein Erlebnis: Mit Fischen,
Hühnern und Einheimischen auf der Ladefläche eingezwängt. Aber schlußendlich waren wir froh in Monkey
Bay angekommen zu sein.
Dort wurden wir auch gleich von einer Menge Beach-Boys empfangen, sodass wir einem von ihnen in unsere
neue Unterkunft folgten: Venice Beach. Nach einem langen Fußmarsch erreichten wir das Areal, das uns
positiv überraschte. Eine Bar mit originellen Strohmöbeln, Blick auf den dunkelblauen See - mit Hippos
natürlich - rundum Fischersiedlungen mit unzähligen Einbäumen am Strand und dazu Palmen und Eukalyptusbäume
- ein echt idyllisches Plätzchen, wie am indischen Ozean.
Unser uns hierher führender Beachboy verkaufte uns dann beim ersten Kuche-Kuche-Bier zwei Halskettchen
und ein Armband, sodass wir die restliche Zeit Ruhe hätten...
Der Tag begann schon recht früh, da wir schon vor Sonnenaufgang wach lagen. Wir standen auf, packten,
zahlten und machten uns auf den Weg ins Zentrum von Liwonde um dort Frühstück zu kaufen. Im Supermarkt
und an den Straßenständen kauften wir uns ein paar Kleinigkeiten und gingen anschließend zum Bootsverleih
Da wir eine Stunde zu früh dran waren, gab es Kaffee und Kuchen, dazu englische Zeitungen in einem nett
eingerichteten Café. Dann war um 9 Uhr das Boot endlich fertig für die Ausflugsfahrt und wir begaben
uns an Bord. Das Schiff war eine Art Katamaran mit 2 Decks - das obere als Aussichtsplattform, das
untere zum gemütlich im Schatten sitzen - jedoch insgesamt für höchstens 8 Personen geeignet.
in Bearbeitung... 2008