Armenien 2007

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Im Sommer 2007 haben wir für drei Wochen (10.7.-1.8.) Armenien bereist.
Unsere Reiseroute: Jerevan-Alaverdi-Schnogh-Dilijan-Sevan-Martuni-Yeghegnadzor-Sisian-Goris-Tatev-Jerevan

armenienkarte

Unsere Berichte via Blog aus Armenien (http://monti.simpleblog.org):

Wochdschujn in Jerevan

Sind nach einem sehr anstrengenden, weil schlaflosen Flug heut um 5 Uhr morgens in Jerevan am topmodernen blitzblanken Flughafen angekommen - Visa, Einreise, Gepaeck natuerlich problemlos abgelaufen.

Nach einer kurzen  Pause und Regenerationsphase sind wir - an "Taxi-Sharks" vorbei - via Marschrutka 108 (privater Minibus) direkt ins Zentrum gefahren und konnten so gleich einen Eindruck von dieser Stadt gewinnen: Jerevan ist eine Stadt mit Flair, wunderschoene alte Hauser reihen sich an heruntergekommene Plattenbauten aus der Sovietzeit, die weiten Strassen sind mit Alleen eingefasst - und ueber allem thronen der kleine und grosse Ararat mit Gletscherkappe. 

Gewoehnungsbeduerftig ist die Schreibweise hier: Die armenischen Beschriftungen sind ja immerhin manchmal durch kyrillische Untertitel ergaenzt, allermeistens ist das aber nicht der Fall. Da bleibt nur eines - das armenische Alphabet lernen.

Besonders lobenswert ist die oertliche Touristen-Information. Binnen weniger Minuten bekamen wir einen "Homestay" bei einem Pensionistenpaar in einem der heruntergekommenen Plattenbauten, aber immerhin mitten im Zentrum, vermittelt. Das ist Jerevan live! Die Konversation erfolgt (nicht) ueber die russische Sprache, doch die Gestik der Gastfreundlichkeit bedarf keiner zusaetzlichen Worte. Und zur Not ist da ja noch die 13jaehrige Enkelin, die perfekt Englisch spricht und AEUSSERST kommunikativ ist...

Zur armenischen Kueche koennen wir bis dato nichts sagen, das holen wir aber jetzt sofort nach  ... Das Ueberangebot an reifem, saftigem Obst hier (Marillen, Kirschen, Melonen, alle moeglichen Beeren, etc.) koennen wir aber schon jetzt lobend erwaehnen! Na dann: Bari achorschak' (Guten Appetit)! 


Hitze und Abkuehlung

Mittlerweile haben wir uns in Jerevan recht gut eingelebt. An unserem zweiten Tag in der armenischen Hauptstadt besichtigten wir die klassischen Sehenswuerdigkeiten wie die "Cascade" - eine riesige Treppe auf einen der Huegel oder die Kathedrale. Eine besonders aufregende Aussicht genossen wir vom rostigen Riesenrad auf dem Huegel auf dem das ehemalige Stalin-Denkmal durch die "Mutter Armenien" ersetzt wurde.

Nach diesem anstrengenden Tag genossen wir im heissen Abendlueftchen unser erstes armenisches Bier und waren froh ueber die touristenfreundliche mehrsprachige Karte.

Bei unserem gestrigen Tagesausflug nach |Echmiadzin - dem Vatikan Armeniens - sprach uns ein einheimischer "Kultur-Student" an, der uns sogleich darlegte, dass er aufgrund einer goettlichen Erleuchtung Englisch gelernt hatte. Er erzaehlte ausser von seinen mystischen Erfahrungen auch ueber seine Sicht der Situation Armeniens und seine persoenlichen Perspektiven (die sehr schlecht aussehen). Beim Abschied gab er uns natuerlich auch einen langen Segen mit und den Hinweis, dass er mittels Telepathie heilen koenne - wenn also jemand Probleme hat, bitte melden - wir leiten das dann weiter.

Heute fuhren wir weiter entlang den Touristenpfaden nach Garni zu einem Tempel. Auf der Fahrt im Bus gab es einige Aufregung unter manchen weiblichen Mitreisenden, weil ein ziemlich grosser Kaefer (Muga???) umhersurrte. Da uns fuer die Weiterfahrt zum Kloster Geghard kein oeffentliches Verkehrsmittel mehr zur Verfuegung stand, organisierte Edith eine Mitfahrgelegenheit bei reichen amerikanischen Touristen, die einfach einen Minibus fuer sich gemietet hatten. Aber der Hoehepunkt kam dann auf der Rueckfahrt, als sich - mangels Alternative - der Minibus sich mit plappernden franzoesischen Touristen weiter fuellte und wir uns so mit unseresgleichen austauschen konnten. Dabei wurden zwischen den arrogant-reichen Amis und den kommunikativ-nervigen Franzosen aeusserst intellektuelle Diskussionen ueber Literatur und Philosophie (z.B. Beckett + Camus) gefuehrt.

Um uns von diesem schockierenden Erlebnis und der breuetenden Hitze zu erholen, werden wir jetzt in unserem Zimmer eine Wassermelone essen.

Morgen duerfte uns jedoch noch mehr Abkuehlung erwarten, denn dieser Sonntag ist ein hoher Feiertag an dem alle Kinder und Jugendlichen straffrei Wasser auf jede/n schuetten duerfen - in rauhen Mengen versteht sich. Auf dem Weg zum Internetcafe trafen wir dementsprechend auch schon einige Jungs mit wassergefuellten Plastiksackerln...

Mehr dazu demnaechst...


Endlich wieder Internet...

... und das ist noch mehr Zufall als Planung.
Ja, ja, der Standard hier ist in den laendlichen Gegenden noch ein wenig hinter unseren letzten Urlaubslaendern nach. Das sist natuerlich keine Beschwerde, denn wir hatten wirklich eine tolle letzte Woche ganz im Norden von Armenien, fast an der georgischen Grenze. Das Klima ist hier ein wenig kuehler, weil gebirgiger. Aber das Wetter hat insgesamt nicht viel Einfluss auf unseren Tagesablauf gehabt, denn den haben andere fuer uns organisiert.
Schon auf der Fahrt weg von Jerevan in den Norden lernten wir Mutter und Tochter Hobosyan kennen, die uns gleich zu sich nach hause einluden und uns reichlich bewirteten und uns alles abnahmen, was nur moeglich war. Dann wurden wir innerhalb der Familie gleich in das naechste Nachbardorf weitergereicht, an einen Bauernhof, an dem wir weitere zwei Tage verbrachten. Die Menschen hier haben sich derart lieb um uns gekuemmert, dass man es im Mail gar nicht beschreiben kann - da muesst ihr auf unsere Erzaehlungen warten.

Das Bild soll zumindest einmal einen Eindruck vom wunderschoenen Alaverdi und seinem imposanten Kupferindustriekomplex vermitteln. Dass dort besonders viele Leukaemie-Erkrankungen auftreten und das Atmen ziemlich schwer faellt soll hier nicht unerwaehnt bleiben.

Jetzt sind wir wieder "allein", und das ist sehr erholsam, denn Kommunikation und Action rund um die Uhr ist sehr, sehr anstrengend. Wir logieren momentan in einem alten Thermalkurort, Dilischan, der leider sehr heruntergekommen ist. Die Landschaft hier ist absolut alpin, wir fuehlen uns hier wie zuhause (auch mit dem tollen obstangebot ist es hier leider vorbei). Morgen wird es vermutlich weiter gehen nach Sueden, zum grossen Sewansee, mal sehen ob es uns dort laenger haelt, wir befuerchten intensiven Tourismus mit allen Begleiterscheinungen...

Wir melden uns wieder, sobald es die Infrastruktur erlaubt. Auf jeden Fall muss betont werden, dass es hier absolut sicher ist, jeder hilft einem und die Kriminaltitaet ist sehr gering. Gefaehrlich sind da schon eher die Minibusse...

Vom kuehlen Hochplateau in die heissen Taeler

Wir sind im Sueden Armeniens angekommen. Die letzten Tage reisten wir um den Sewan See, der inmitten eines sanften Plateaus auf 1900 Metern liegt. Sanfte, weite, gruene Huegel umrahmen den blauen, gar nicht so kalten See. Die Armenier geben sichs hier fuer die wenigen Sommermonate voll: Die heruntergekommenen Doerfer um den See, stark getroffen von Abwanderung, Arbeitslosigkeit mit einem Hauch des Glanzes vergangener besserer Zeiten (Sowjet-Aera) bluehen dann ploetzlich auf, in Form von Grill- und Sauforgien entlang der Straende, Surf-Wettbewerbe (Nummer 1 der nationalen Berichterstattung im Fernsehen) und die Hummer, Mercedes, BMWs der neureichen Jerevaner stehen vor den All-Inclusive-Hotels Schlange. (Wir haben dort uebrigens nicht genaechtigt.) 

Dieses Sodom und Gomorrha haben wir natuerlich schnell verlassen um am suedlichen Seeufer ruhigere Gefilde zu erkunden. Prompt wurden wir wieder von einem gastfreundlichen Armenier beschlagnahmt, der uns den ganzen Nachmittag von einem Essen zum naechsten einlud und uns zwischenzeitlich auch noch mit seinem Lada-Oldtimer UAZ (Villis) ans Seeufer kutschierte. Das war natuerlich sehr interessant und auch sehr nett, ist aber mit der Zeit schon anstrengend - daher geniessen wir heute besonders die Anonymitaet und Gleichgueltigkeit uns gegenueber in einem der klassischen Sowjet-Hotels.

Der heutige Tag fuehrte uns naemlich in die Stadt Yeghegnadzor, auf 1200 Metern gelegen und sehr heiss, von wo aus wir in den naechsten Tagen die Gegend um Sisian und Goris (viele Sehenswuerdigkeiten und schoene Landschaft) erkunden wollen. Und schon am Wochenende geht es wieder zurueck nach Jerevan...


Die letzte Woche begann

... mit einer Fahrt im ueberfuellten Minibus (20 + wir) von Yeghegnadzor nach Sisian. Waehrend Edith halb-halb am Fahrer- bzw. Beifahrersitz sass und zumindest die Landschaft geniessen (?) konnte, musste ich auf einem Holzschemel in der dritten Reihe Platz nehmen, den Rucksack natuerlich am Schoss - und das auf einer kurvigen Bergstrasse ueber 70km und der hier ueblichen Fahrweise...

So waren wir begreiflicherweise ziemlich froh endlich angekommen zu sein und bezogen nach einigen Naechten in heruntergekommenen Sowjet-Hotels diesmal ein Zimmer in einem renovierten Sowjet-Hotel (mit groesstenteils funktionierendem Warmwasser, Dusche und armenisch-russischem TV).

Nach einer - aufgrund der hier ueblichen Wach- und Ruhezeiten - recht lauten Nacht erfuellten wir heute Vormittag unser Touristen-Pflichtsoll und fuhren mit einem Taxi zum Stonehenge von Armenien: Zorats Karer. Zahlreiche aufgestellte Steine, teilweise mit Loechern darin, die einen Kreis bzw. irgendwelche Linien bilden - was angeblich an den Sonnwenden einen Sinn ergeben soll. Jedenfalls ist die Staette aber ca. 5000 Jahre alt. Noch aelter sind in den Bergen ueber der Stadt, an der aserbaidschanischen Grenze, Felsmalereien mit einer der aeltesten Darstellungen von Adam und Eva - 7000 vor heute...

Die Landschaft hier ist uebrigens extrem trocken und hat schon fast wuestenhaften Charakter. Gruen ist es nur entlang der Fluesse bzw. dort wo bewaessert wird.

Hinter den Bergen im Westen und Osten befinden sich in allernaechster Naehe die Enklaven Nachitschevan (Aserbaidschan) und Nagorni-Karabach (Armenien). Beides politisch sehr brisante Staetten, die den schmalen suedarmenischen Korridor umso vereinsamter wirken lassen. Hier ist man wirklich sehr abgelegen... Vom Krieg um Karabach zeugen auch zahlreiche Denkmaeler und Graeber von jungen Maennern aus Sisian, die zwischen 1988 und 1994 um die Unabhaengigkeit dieser Enklave gekaempft hatten.

Morgen werden wir weiter nach Goris reisen und das "beruehmte" Tatev-Kloster besuchen. Mehr dazu demnaechst. 

 

Marschrutkaabenteuer

Auf unserer Fahrt von Sisian nach Goris wurde unser 'Marschrutka(Minibus)-Insassen-Rekord' von vorher deutlich relativiert. Empfanden wir das letzte Mal 22 als viel, wurden wir eines besseren belehrt, denn mit 27 Passagieren erreichten wir geradezu malawische Verhaeltnisse. Wir hatten aber dieses Mal mehr Glueck, denn wir sassen gemuetlich zu viert in der letzten Reihe, waehrend sich in der zweiten Sitzreihe neun Mitfahrer zusammenquetschten...

Auf der gestrigen Tour von Goris zurueck nach Jerevan (5 Stunden) war es zwar vom Platzangebot her recht gemuetlich, doch dafuer war unser Adrenalinpegel auf dieser kurvigen Strecke (mit zwei zu ueberquerenden Paessen) durch die gelinde gesagt "rasante" Fahrweise auf einem Dauerhoechststand und es gab einige brenzlige Situationen beim Ueberholen iranischer Tanklaster in unuebersichtlichen Kurven...
Die Armenier machen aus dieser fahrtechnischen Not eine Tugend: Immer wieder erklaeren sie stolz, dass derartige Ueberbesetzungen der Verkehrsmittel, eine derartig rasante Fahrweise, ein vollkommen abgefahrenes Reifenprofil oder ein voelliges Ignorieren der Sitzgurte bzw. der Verkehrsregeln bei den "schwaechlichen" Europaeren wohl nicht moeglich waere.

So sicher Armenien in den allermeisten Hinsichten ist, so besteht das groesste Risiko fuer einen Touristen (so wie natuerlich auch fuer die Einheimischen) im Verkehr. - Gott sei Dank muessen wir nur mehr von Jerevan zum Flughafen eine Marschrutka benuetzen, hier in der Hauptstadt vertrauen wir uns der Kuehle und Sicherheit der Metro an   ...

Mehr dazu: http://www.armenianow.com/archive/2004/2003/november07/home/index.htm

 

Gastfreundschaft und Touristenabzocke

Im Grossen und Ganzen war und ist die armenische Gastfreundschaft auf dieser Reise wirklich unuebertrefflich. Im Norden waren wir mehrere Tage bei zwei Familien eingeladen, in Martuni wurden wir zum Essen eingeladen, hier in Jerevan gibt es bei unseren Gastrgebern jederzeit 'surtsch' (armenischen Kaffee), Fruechte und Saft - doch dass es auch anders sein kann bewies unser Aufenthalt in Goris:

Ein vom Lonely Planet lobend erwaehntes B&B (Bed & Breakfast) uebertrieb es mit der Abzocke ein wenig. Obwohl es - wie wir spaeter erfuhren - in der Stadt noch freie Quartiere gegeben haette, wurde uns das Gegenteil vorgemacht und wir dazu ueberredet teure Notbetten in Anspruch zu nehmen. Das als Gastfreundschaft getarnte Angebot Maulbeeren aus dem Garten, Kuchen und Kaffee stellte sich auf der Abschlussrechnung als teurer Luxus heraus. Ganz zu schweigen davon, dass Taxidienste nicht aus der Hand gegeben wurden, sondern auch teuer von der Gastgeberfamilie selbst durchgefuehrt wurden. Oligarchen eines zarten Tourismus... nur dass einem als Touristen jede Entscheidungsfreiheit erschwert wird, wenn man als nachhaltig denkender Tourist sein Geld lieber in moeglichst viele verschiedene Familien vor Ort investieren moechte.

 Also: Don't go there - Lyova Mezhlumyan B&B (Makichi Poghots) Goris.

(Es gibt genug Alternativen!)


Resuemee zum Ausklang

Waehrend wir uns die Zeit bis zum Abflug (Morgen frueh um 4:50) in den Cafes Jerevans vertreiben, nutzen wir die Stunden fuer zusammenfassende Gedanken zum Abschluss unserer Reise:

Tourismus

Armenien ist weniger touristisch als wir zu Beginn unserer Reise annahmen. Es gibt zwar relativ viele Pauschalreisende, die als Reisegruppe mit Bus und Guide alle Kloester abklappern, aber Individualreisende oder gar "Backpacker" haben wir nur sehr wenige getroffen. Dem entspricht auch die touristische Infrastruktur: Es gibt in Jerevan und anderen ausgesuchten Orten high-end Hotels fuer die Reisegruppen, in manchen Staedten in der Naehe von besonders bekannten Sehenswuerdigkeiten (= Kloester) sind einige billigere Pensionen oder Privatzimmer (Homestays) vorhanden, im Rest des Landes ist man aber voellig auf heruntergekommene Sowjethotels oder die Gastfreundschaft der Bevoelkerung angewiesen. Ein gutes Tourismusbuero gibt es lediglich in Jerevan, in der Provinz ist es schwierig Informationen zu bekommen, da viele Einheimische wenig ueber Unterkunftsmoeglichkeiten oder oeffentliche Verkehrsverbindungen wissen, oder es sich um habgierige Touristenabzocker handelt, die einem immer zum Teureren raten (z.B. Taxi anstatt Bus)...

Die absolute Mehrheit der Armenier ist aber sehr hilfsbereit und entgegenkommend. Es kommt sehr oft vor, dass sie sich der ihrer Meinung nach voellig hilflosen Reisenden annehmen!

Reisefuehrer

Wir haben uns vorab fuer den Lonely Planet als Reisefuehrer entschieden. Nach drei Wochen bereuen wir unsere Entscheidung mangels Alternative nicht, weisen aber darauf hin, dass viele Informationen entweder falsch, verjaehrt, unzureichend oder schlecht recherchiert sind. Viele Stadtplaene stimmen nicht (und haben auch nie gestimmt), haeufig gibt es billigere und bessere Unterkunftsmoeglichkeiten als im Buch angegeben werden und am aergerlichsten ist, dass der Autor indirekt empfiehlt das ganze Land mit dem Taxi zu bereisen, weil seinen Angaben nach keine oeffentlichen Verkehrsmittel ausserhalb der Hauptverkehrsstrecken gibt (was aber ueberhaupt nicht stimmt). Abfahrtszeiten und -orte der Busse und Marshrutkas muessen von den Reisenden selbst recherchiert werden.

Hayastan today

In vielerlei Hinsicht gleicht Armenien den anderen postsowjetischen Republiken. Dies gilt vor allem fuer die wirtschaftliche Situation. Nach dem voelligen Kollaps der Wirtschaft zwischen 1988 und 1994 (Krieg um Nagorno-Karabach) hat sich die Situation zwar ein wenig erholt, aber im Gegensatz zur Sowjet-Zeit ist der Wohlstand in Armenien aeusserst ungleich verteilt: Einige wenige superreiche Oligarchen besitzen alle noch halbwegs rentablen Sparten oder Unternehmen, die natuerlich vollkommen privatisiert sind (Wasser, Strom, Telekom, Gesundheit...), waehrend die Masse der Bevoelkerung von Subsistenzwirtschaft leben muss (sofern sie die Moeglichkeit dazu hat) und die Arbeitslosenrate enorm hoch ist. In Jerevan selbst gibt es zwar eine kleine Mittelschicht, aber insgesamt gibt es nur arm oder reich.

Was der Tourist in Armenien als omnipraesent erfaehrt ist die armenische Geschichte (von der Christianisierung ueber den Genozid bis zu den aktuellen Konflikten), der armenische Nationalstolz (kein Wunder angesichts der geopolitischen Lage Armeniens zwischen den feindlichen Laendern Tuerkei und Aserbaidschan) und mit diesem feindlichen Umfeld in Zusammenhang stehend auch die Isolation des Landes und der intensive Kontakt zu Russland als einzigem verbliebenen Verbuendeten.

Allgemeine Infos zur Politik:

Armenien-Ressort auf standard.at
Armenien.at-Nachrichten

armenienflagge

Nützliche Links:

Informationen des österreichischen Aussenministeriums
Armenisches Aussenministerium (Visum)
Infos bei ReiseRat.de
Reisemedizinische Empfehlungen
Reisebericht


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